Artikel markiert ‘Iran’

Aaron..

Jetzt muss ich mich auch mal zur Causa Aaron äussern. Er hat es nämlich schon wieder getan. Diesmal hat er allerdings nicht (nur) in seinem Blog zum Angriff geblasen, sondern wurde von der TAZ interviewt und hat im Namen der Piratenpartei für “gezielte Militärschläge” gegen den Iran geworben.

Nachdem er in der letzten Vorstandssitzung freiwillig die Aufgaben im Bereich Öffentlichkeitsarbeit abgegeben hat riecht das natürlich irgendwie komisch. Das klingt irgendwie nach Trotzreaktion (Jetzt wird zurück gebloggt!).

Aarons Problem ist, dass er sich anscheinend nicht über die Aussenwirkung klar ist die er mit seinen Äusserungen hervorruft. Man stelle sich mal vor ein CDU/Sonstiger Parteivorstand würde in seinem Blog oder z.b. bei Abgeordnetenwatch einen Militärschlag fordern. Zurecht wäre die Aufregung groß – nichts Anderes ist es mit Aarons Äusserungen.

Die Piraten haben übrigens eine Meinung zu Militär und Aussenpolitik – die ist im Wahlprogramm der Europawahl 2009 welches nach wie vor gilt. Dort heisst es:

Militär

  • keine EU-Armee (nur National-Armeen)
  • kein bewaffnetes EU-Militär (National-Armeen von Staaten der EU oder der EU selber) außerhalb der EU ohne UN-Mandat
  • gemeinschaftliche Ächtung von Angriffskriegen
  • keine Angriffskriege
  • Abrüstung von Atomwaffen
  • Ächtung von Uranmunition
  • keine EU-weite Militärplanung
  • keine Armee in Polizeifunktion

Ein Angriff auf den souveränen Staat Iran, wie Aaron ihn fordert, ist also völlig konträr zu der Position der Piratenpartei. Und er packt nun im Interview mit der TAZ die Keule aus und fordert ein Ende der Appeasement Politik. Man kann Aaron nun also nicht nur fehlendes politisches Taktgefühl vorwerfen, sondern auch, dass er in seiner Funktion als Vorstand in Interviews eine komplett andere Meinung vertritt als die Partei.

Irgendwann ist das Maß einfach voll. Aaron fällt gerade uns Piraten in NRW mit seinen ständigen Fehltritten böse in den Rücken. Aber nicht nur für uns, für jeden Piraten ist es jedes Mal ein Schlag ins Gesicht wenn Aaron im Namen der Partei irgendwelche Angriffe fordert oder das Minarettverbot in der Schweiz verteidigt.

Iran zeigt wie wichtig ein freies Netz ist

Die umstrittene Wahl im Iran, die leider zur Zeit in blutigen Auseinandersetzungen gipfelt, zeigt uns, wie wichtig ein freies Internet für die Gesellschaft ist. Man kann man derzeit gut im Iran beobachten wie viel Angst die Politik eigentlich vor den Massen hat. Das Internet macht es Möglich, ganze Länder zu mobilisieren und über Polizeigewalt, Wahlfälschung, Inhaftierungen und sonstige Repression aufzuklären.

Die Menschen im Iran sind keineswegs zurückgeblieben, das Internet ist dort sehr verbreitet – wird aber von einer beispiellosen Zensurinfrastruktur gefiltert, filetiert und seine Benutzer überwacht.

Mit Internationaler Hilfe der Netzcommunity wird derzeit ein Loch in diese Infrastruktur geschlagen. Blogs, Proxies, VPNs und TOR ermöglichen den Iranern, frei und anonym zu kommunizieren, Informationen zu verbreiten und sich zu organisieren. Seit Tagen kristallisiert sich Twitter als DAS Medium in dem Konflikt heraus. Bilder, Videos, Reporte und alles was sonst noch so zu berichten ist wird irgendwo ins Netz gestellt und dann über Twitter verbreitet. Mit einem Hashtag (in diesem Falle #IranElection) wird der Post markiert und kann von jedem gefunden werden.

Natürlich wurde Twitter sofort im Iran gesperrt, aber Hacker, Netzaktivisten und Privatleute stellen für die Iraner Zugänge zur Verfügung, die Millionenfach genutzt werden.

Ich denke, dadurch wird deutlich wie wichtig freie und anonyme Kommunikation ist. Wenn ich zurückdenke, wie sehr die Politiker, die nun bei uns Zensieren wollen, vor einem Jahr bei den Olympischen Spielen noch gegen China gegiftet haben könnte ich kotzen.

Immerhin haben schon 125000 Menschen in Deutschland die Intelligenz bewiesen das sie es genau so sehen und die Petition mitgezeichnet. Seit ca. einer Stunde bewegt sich die Petition auf den bisherigen Rekordhalter “Steuerbefreiung für Diesel”  zu und schickt sich an, einen neuen Rekord aufzustellen.

Leider geht der Petitionsserver ständig in die Knie, weil die Zugriffe auf die Seite wieder extrem hoch sind. Da muss dringend nachgebessert werden!

Jeder Unterzeichner setzt ein wichtiges Zeichen gegen Zensur, Überwachung und Bevormundung. In demokratischen Ländern DARF das Internet nicht zensiert werden. So etwas zeichnet eine Diktatur aus, aber nicht ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland.

Darum.. www.zeichnemit.de jede Stimme zählt.

Kleiner “Witz” am Rande.. mittlerweile erhalten auch wir deutschen Hilfe aus dem Ausland. Nachdem klar wurde, dass die Petition unabhängig von Land, Wohnort, Herkunft und Staatsangehörigkeit mitgezeichnet werden kann, kommen immer mehr Unterstützer aus Skandinavien, der Schweiz, Österreich, Italien sowie vielen anderen Ländern und versuchen uns vor uns selbst zu retten. Thank you!

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Willkommen auf meinem Blog.

Hier geht es um das Internet, Netzkultur, Piraten, Politik, Linux, Hacking und mich.

Ich hoffe ihr fühlt euch wohl.. nehmt euch nen Kaffee und viel Spaß beim lesen.

Alex
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