Digitale Muße und das Generationenproblem

Ich habe mir interessehalber mal den aktuellen Spiegel gekauft. Darin geht es um das “Abschalten”. Um die Schwierigkeit mal “Off” zu sein und zu bleiben in unserer schnelllebigen Zeit. Der Spiegel umschreibt das sehr schön mit dem Wort Muße.

Dazu habe ich mir auch mal meine Gedanken gemacht und habe entdeckt, dass ich gar nicht das Bedürfnis dazu habe. Muße finde ich auch vor dem Rechner und trotz eingeschaltetem Smartphone. Ein netter Chat mit Freunden, ein Spielchen zwischendurch oder zielloses browsen im Web ist für mich Entspannung, keine Pflicht oder Bürde.

Eigentlich stelle ich bei mir eher das Gegenteil fest. Ich mag das Gefühl das Netz in der Tasche mit mir herum zutragen. Das ich jederzeit schauen kann was die Freunde gerade machen, wann das Bauwerk XY erbaut wurde, wie eigentlich Quantenphysik funktioniert, welche Blume dort am Wegessrand blüht, wie lang der Rhein eigentlich ist oder was nächste Woche in der Stadt los ist.

Ich denke, eigentlich stehen wir vor einem Generationenproblem. Große Teile der älteren Generation können nach wie vor nichts mit dem Netz und der Macht die es einem gibt anfangen. Vielen ist es vielleicht sogar unheimlich, dass man jederzeit alles nachschlagen kann. Das man immer und jederzeit mit jedem in Kontakt steht – sofern man das will. Und ein Ende ist nicht in Sicht – eher im Gegenteil. Und darüber freue ich mich.

Dementsprechend bin ich um so gespannter, was meine Generation aus der Welt machen wird. So viel Wissen, so viel Vernetzung und so viele Möglichkeiten wie wir sie haben hatte noch niemand. Wir haben unglaublich viele Chancen die wir kreativ nutzen müssen. Aber dafür müssen wir wohl die Gesellschaft sowie das Denken an sich revolutionieren.

Natürlich ist es gut, wenn man viel weiß – aber ist es in Zukunft noch nötig? Ist nicht mit der Erfindung des Taschenrechners, welchen heute jeder auf seinem Handy mit sich rum trägt, das Kopfrechnen teilweise überflüssig geworden? Mit einer Argumented Reality Sonnenbrille auf der Nase wird uns wahrscheinlich in wenigen Jahren schon der Gesamtbetrag beim Einkaufen angezeigt. Rechnen wird somit überflüssiger denn je.

Genau so wird es in Zukunft wohl noch mit viel mehr Dingen werden. Wahrscheinlich werden wir viel mehr Alltagsballast ins Digitale verbannen. Die Kapazitäten die dadurch frei werden können wir für andere Dinge nutzen. Ich hoffe, dass sich auch die Arbeitswelt verändert und sich den Gegebenheiten anpasst. Wahrscheinlich wird viel mehr von Zuhause oder Kollaborativ gearbeitet. So sparen wir uns den beschwerlichen Weg zur Arbeit und sind ausgeruhter und leistungsfähiger.

Die Zukunft wird uns wohl alle überraschen – aber ich freue mich drauf. Übrigens, gegen ein gutes Buch im Garten gibt’s nichts einzuwenden ;)

Cyanogen Mod auf Vodafone Nexus One mit EPF30 Build ohne root

Geht doch.. gestern Abend hab ich es endlich gewagt und den Cyanogen-Mod geflashed. Ich war wegen der Firmware-Build EPF30 mittlerweile so angefressen weil man von da aus auf keine andere Version gehen konnte.

Das interessante ist, dass das Ganze ohne root funktioniert.

Zunächst habe ich versucht, ein nandroid Backup zu erstellen. Mein Stand vorher war, dass man dafür root Rechte benötigt.. aber erstaunlicherweise hat es auch so geklappt und das Backup sah so gut aus, dass ich das flashen dann gewagt hab. Das Ganze habe ich von meinem Linux-Rechner aus gemacht.. wird aber auch von jeder Windows-Kiste aus funktionieren.

Ihr braucht:

  • Das Nexus One, komplett aufgeladen, mit unlocked Bootloader
  • Custom Recovery – ich habe die Amon_RA benutzt.
  • Radio Rom (Sonst gibt es u.a. Probleme mit dem Camcorder)
  • Cyanogen Mod (Ich habe diese Version benutzt)
  • Die Google-Apps (aus dem gleichen Thread wie das Cyanogen-mod)
  • fastboot (Windows, Linux und MAC)

Custom Recovery ROM: Step by Step:

  • recovery-RA-nexus-v1.7.0-cyan.img in den Ordner am PC schieben wo auch fastboot liegt.
  • fastboot ausführbar machen: chmod +x fastboot (nur Linux)
  • Phone mit USB an den PC connecten und in den Bootloader bringen: Trackball gedrückt halten beim Einschalten
  • fastboot testen: sudo ./fastboot devices (Linux) – ihr solltet nun eure Seriennummer sehen können
  • Für Linux: sudo ./fastboot flash recovery recovery-RA-nexus-v1.7.0-cyan.img
  • Für Windows: fastboot-windows flash recovery recovery-RA-nexus-v1.7.0-cyan.img

Das war es auch schon.. jetzt USB entfernen (wichtig) und wieder in den Bootloader gehen. Dort sollte nun eine Option “Recovery” auftauchen. Die wählt ihr aus. Dort gibt es Backup/Restore. Mit dem Trackball dorthin navigieren und ein Nandroid Backup erstellen. Ihr findet das Backup auf der SD-Karte im Ordner “Nandroid”.

Custom ROM flashen:

  • Die cyanogen-mod und Radio-ROM Datei sowie die Google-Apps auf die SD Karte kopieren
  • Telefon wieder ohne USB in den Recovery-Mode bringen
  • Recovery-ROM starten, als Menüpunkt “Flash ZIP from SDcard” auswählen
  • Zuerst die Radio-ROM auswählen und flashen
  • Dann die Datei “update-cm-5.0.8-N1-signed.zip” auswählen und bestätigen
  • Nach 1 bis 2 Minuten ist die Version geflashed
  • Nun muss noch ein Factory-Reset gemacht werden. Dazu ins Hauptmenü vom Recovery-MOD und dort Wipe auswählen und den Factory Reset bestätigen.
  • Das gleiche Spiel (ausser dem Wipe/Factory Reset) müssen wir jetzt noch mit den Google-Apps machen. Also wieder in Flash ZIP from SDcard, die gapps-passion-EPF30-signed.zip auswählen, Bestätigen und kurz warten.. fertig.

Voila.. das wars. Der erste Start dauert deutlich länger – also keine Panik. Als erstes wird euch ein Blaues Nexus Logo anlächeln und dann könnt ihr die tollen Funktionen vom Cyanogen-Mod nutzen. Die Build ist nun EPE54B.

** Update **

Ich habe nachträglich noch das Radio-Image ergänzt. Das muss man ebenfalls flashen um u.a. den HD Camcorder nutzen zu können.

Nexus One Bootloader unlocken / entsperren

Gestern habe ich den Bootloader im Nexus One entsperrt. Ich bin dabei trotz einiger guter Tutorials auf Schwierigkeiten gestoßen und möchte an dieser stelle eine Anleitung posten mit der es alle hinkriegen sollten. Natürlich übernehme ich keine Haftung für Schäden usw..

Ich habe das Ganze auf einem Windows-Vista Rechner gemacht, da es für Linux noch keine Anleitungen gab. Eventuell werde ich da noch rumprobieren und das Ganze hier ergänzen. Das vorgehen ist aber soweit für alle Windows-Versionen geeignet. Der Unterschied liegt nur im USB-Treiber.

Vorab: Nach dem Unlock war mein Handy resetted – davon stand in den meisten Tutorials nichts, wohl aber in der Warnung beim fastboot-flash. Also macht euch ein Backup. Da die meisten Daten eh in der Cloud liegen reichen mir beim Backup die Apps. Ein Backup davon kann man z.b. mit dem ASTRO File Manager machen. Auf Einstellungen -> TOOLS -> Application-Manager Sicherung  – Das legt euch die .apk Dateien der Apps auf der SD-Card unter /sdcard/backups/apps ab. Später könnt ihr dann von dort alles wieder installieren.

Los gehts..

Grundsätzlich brauchen wir 4 Dinge:

  • fastboot
  • Android SDK
  • Windows Treiber für das Nexus One
  • Nexus One im USB Debug Modus

Als erstes laden wir fastboot runter und entpacken es an einen beliebigen Ort. (bei mir war es c:\fastboot).

Dann braucht ihr noch das Android SDK. Daraus müssen wir 2 .dll Dateien in den Windows-Ordner kopieren um zum Handy connecten zu können.  Falls die dort nicht drin sind, erhaltet ihr eine Fehlermeldung beim Verbinden. (Die Anwendung konnte nicht gestartet werden, weil AdbWinApi.dll nicht gefunden wurde. Neuinstallation der Anwendung könnte das Problem beheben.)

In dem ZIP-File unter tools findet ihr die 2 benötigten Dateien.
AdbWinApi.dll
AdbWinUsbApi.dll

Die beiden Dateien kopieren wir einfach in C:\Windows.

Als nächstes schalten wir am Nexus One den USB-Debug Modus ein. Dazu geht ihr unter Einstellungen > Anwendungen > Entwicklung und schaltet das USB Debugging ein.

Jetzt fehlen nur noch die Windows-Treiber für das Nexus. Die bekommt ihr hier.

Ladet die Treiber runter und entpackt sie in einen Ordner. Wenn ihr das Telefon nun anschließt, sucht Windows nach den Treibern. Dort markiert ihr den Ordner wohin ihr die USB Treiber entpackt habt. Alternativ (falls der Installations-Dialog nicht kommt):

Windows-Taste+R öffnet den Ausführen-Dialog. Hier geben wir devmgmt.msc ein und haben die Hardware-Steuerung vor uns. Dort sollte (sofern das N1 schon angeschlossen ist) ein Device mit Fragezeichen auftauchen. Rechtsklick > Treiber aktualisieren und dort den Ordner auswählen.

Jetzt schalten wir das Nexus One aus und starten den Bootloader. Dazu haltet ihr beim Einschalten den Trackball gedrückt.
Wenn ihr den Bootloader sehen könnt geht es am PC weiter.

Windows-Taste + R (Ausführen) > CMD- Nun öffnet sich ein DOS-Fenster. Dort wechselt ihr in den Ordner wohin ihr fastboot entpackt habt. Bei mir war es wie gesagt c:\fastboot. Für DOS-Unerfahrene:

cd \
cd fastboot

Jetzt geben wir

fastboot-windows oem unlock

ein. Auf dem Handy erscheint nun folgendes Bild:

Screenshot von modaco.com

Dort wählen wir mit den Lautstärketasten an der Seite den oberen Punkt und drücken die Einschalt-Taste. Das Flashen selber dauert nur eine Sekunde.

Voila.. das wars. Das Nexus sollte sich nun neu starten und der Bootloader ist unlocked. Ihr müsstet beim booten ein kleines, geöffnetes Schloss am unteren Bildschirmrand sehen können. Wenn dem so ist war der unlock erfolgreich ;-)

Jetzt muss das Telefon nur noch mithilfe des Superboot-Images gerooted werden. Danach können wir custom firmware wie das Cyanogen Mod oder die Modaco-Versionen booten. Da es für mein EPF30 Vodafone Nexus One leider noch kein Superboot-Image gibt kann ich beim rooten leider noch nicht weiterhelfen. Das wird aber in nächster Zeit (Nach dem Froyo OTA Update) passieren und ich werd natürlich drüber bloggen.

Falls ihr auf Probleme stoßt oder etwas fehlt hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar, dann werde ich das entsprechend ergänzen..

Viel Erfolg !

Grad mal an REWE geschrieben…

Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren,

am Samstag Nachmittag war ich im o.G. Rewe-Markt einkaufen und habe mit EC Karte bezahlt. Aus der Presse habe ich erfahren, dass ich dadurch eine Einverständniserklärung zur Datenweitergabe unterzeichnet habe ohne darüber informiert worden zu sein oder “aus Umweltschutzgründen” eine Kopie erhalten zu haben.

Ich widerrufe hiermit diese Erklärung und untersage Ihnen jegliche Weitergabe von meinen Daten an wen auch immer. Des Weiteren fordere ich Sie auf, sämtliche Daten die mich betreffen umgehend zu löschen und mir die Löschung schriftlich zu bestätigen. Die Gesetzeslage, nebst Paragraphen welche mich dazu ermächtigt, können Sie dem Bundesdatenschutzgesetz entnehmen. Des Weiteren untersage ich Ihnen die Speicherung von Daten welche bei eventuellen zukünftigen Einkäufen anfallen und nicht allein der Zahlungsabwicklung dienen.

Ich bin entsetzt über ihre Vorgehensweise und werde mich vorerst keinem REWE-Markt oder anderen von Ihnen betriebenen Märkten mehr nähern.

Dieses Schreiben geht Ihnen noch gesondert als Brief/Einschreiben zu.

Mit kopfschüttelnden Grüßen,

Alexander Dommes

Parteitag Teil 2 #bpt10

Mit etwas Abstand möchte ich nun nochmal auf den Bundesparteitag am letzten Wochenende eingehen. Und zwar auf die positiven Dinge. Mein gestriger Post war vielleicht doch etwas zu negativ und wird der an sich gelungenen Veranstaltung nicht gerecht. Wenn ich mir mal vorstelle wie tausend Grüne oder SPDler – allesamt mit Rede- und Antragsrecht in einem Raum versuchen gemeinsam Politik zu machen…. o_O

Wir haben ja durchaus etwas geschafft – und zwar haben wir mit Liquid Feedback nun endlich ein geeignetes Tool um die GO-Stakkatos und Nachfragen im Vorfeld zu klären.

Wer es nicht kennt dem sei kurz erklärt was Liquid Feedback so kann.. Liquid Feedback ist ein Online-Tool um Anträge und Positionen gemeinschaftlich zu erarbeiten. Es gibt dort verschiedene Themengebiete – zum Beispiel Innenpolitik. Dort findet man dann die Initiativen – im besten Falle mehrere zu einem bestimmten Thema.

Aktuell gibt es im Testbetrieb zum Beispiel zwei Initiativen zum Rauchverbot in Kneipen. Einen zum kompletten Rauchverbot und eines dagegen. Hier kann man sich nun als Interessent anmelden und Änderungen vorschlagen oder die Initiative so wie ist unterstützen. Erhält die Änderung genügend Zustimmung fließt sie in den Antrag ein.

Ein besonderes Feature von Liquid Feedback ist die Möglichkeit, seine Stimme zu delegieren. Kennt sich ein anderer Pirat gut mit einem Thema aus (Rauchen ist da ein doofes Beispiel) kann ich meine Stimme zu diesem Thema delegieren und seine Meinung erhält dementsprechend mehr Gewicht.

Liquid Feedback ist meiner Meinung nach eine echte Revolution im Politikbetrieb und ein absolutes Alleinstellungsmerkmal für uns. Das ist echte, moderne Demokratie für alle. Die Berliner Piraten nutzen LF am längsten und haben mittlerweile Lesezugriff für alle freigeschaltet. Falls ihr euch das Tool mal anschauen möchtet habt ihr hier die Möglichkeit dazu.

Ich habe dafür schon mal die Themenseite “Wirtschaft und Soziales” vorausgewählt da dort einige Themen offen sind und man nicht die Filter umbauen muss. Soviel zu Liquid Feedback.. dazu gibt es noch viel zu sagen, aber ich empfehle euch es euch mal anzuschauen. Verbesserungen sind auch noch nötig und auch die werden wir dort diskutieren und einbauen.

Eine andere Revolution haben wir auch nebenbei noch per Geschäftsordnung verabschiedet. Und zwar einen verteilten Parteitag. Während des Parteitages lief das Piratencamp der Niedersachsen und der AG Schnittchen NRW wo man auch an Abstimmungen teilnehmen konnte. Dort gab es Wahlhelfer die die Stimmen ausgezählt und per Software zum Tagungsort übertragen haben. Das gab es meines Wissens noch nicht.

Ansonsten haben wir viel gelernt. Wir wären ja nicht Piraten, wenn wir die Möglichkeit nutzen würden und die Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge nicht festhalten und umsetzen würden. In unserem tollen Piratenpad gibt es eine Möglichkeit, Input zu geben und Ideen zum besseren Ablauf abzugeben.

Naja, ich hoffe mal, dass die neuen Vorstände für frischen Wind sorgen und nun endlich mal frischer Wind rein kommt. Den Grundstein dazu haben wir in Bingen auf jeden Fall gelegt.

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Willkommen auf meinem Blog.

Hier geht es um das Internet, Netzkultur, Piraten, Politik, Linux, Hacking und mich.

Ich hoffe ihr fühlt euch wohl.. nehmt euch nen Kaffee und viel Spaß beim lesen.

Alex
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