Letzten Wochenende habe ich zusammen mit Elle an der Großdemonstration für Freiheit statt Angst im Rahmen des internationalen Aktionstages „Freedom not fear“ teilgenommen. Ich kann nur sagen: Die Demonstration war ein voller Erfolg.

Los ging es am Freitag Abend. Direkt nach der Arbeit bin ich mit 3 Nierspiraten aus Mönchengladbach in Richtung Berlin aufgebrochen. Die Fahrt verlief ganz gut und wir waren gegen 0:30 Uhr in Berlin. Nachdem die Nierspiraten ihr Schlafquartier bezogen haben bin ich mit Nico in Richtung C-Base aufgebrochen.  Die C-Base ist quasi das Mekka aller Nerds, Sci-Fi Fans, Hacker und Piraten. Mitten in Mitte liegt die C-Base an der Spree mit Blick auf den Alex.

Hinter der C-Base verbirgt sich eigentlich eine abgestürzte Raumstation die vor vielen tausend Jahren auf die Erde gestürzt ist. Das Space-Station Rescue Team ist seit 1995 damit beschäftigt die C-Base Stück für Stück wieder auszugraben.

Schon von weitem wurde man von netter Drum and Bass Musik empfangen die weithin hörbar über die Spree schallte. Nachdem dann alle Freunde und Bekannten begrüßt waren ging es zum gemütlichen Teil über. Bei einigen Club Mate saßen wir bei netten Gesprächen und guter Musik in und vor der C-Base und freuten uns ;-)

Um 11 Uhr am Samstag ging es mit der U-Bahn zum Potsdamer Platz. Als wir aus dem Untergrund kamen begrüßte uns ein Bus und ein Infostand der Grünen, die schonmal versuchten, mit etwas elektronischer Musik aus der Dose Stimmung zu verbreiten.

Wir entfernten uns natürlich schnell und gingen in Richtung Sony-Center – Dort stand unser Piraten-Truck, das gläserne Mobil, eine orangene Traube Piraten und diverse Wahlkampfmobile aus der ganzen Republik. Im Caffee am Sonycenter haben wir dann mit den Piraten aus Wuppertal gemeinsam gefrühstückt und uns dann die Pressekonferenz im piratig dekorierten Sony-Center angeschaut. Dort war ein ganzes Kino von uns geentert worden und unser Bundesvostand mit Gästen informierte die versammelte Presse. Zu Gast waren unter anderem unser Europaabgeordneter Christian Engström und ein Vertreter aus Holland für die Pirate Party International.

Nach der Pressekonferenz ging es dann mit der Ordnereinweisung und den konkreten Demovorbereitungen los. Der mehrere tausend Menschen zählende „Orangene Block“ der Piraten machte sich auf den Weg zum Potsdamer Platz und versammelte sich dort. Immer mehr Piraten und Sympathisanten tauchten auf und als unser Truck heranrollte war er sofort von einer gigantischen Orange/Schwarzen Menschentraube umringt. Zunächst enterten die Pressevertreter unseren Truck um den gesamten Platz und uns Piraten zu fotografieren. Wir sollten für die Presse ein wenig Action zeigen und auf meinen Ruf „KLARMACHEN ZUM WEDELN“ wurden die Fahnen geschwenkt und es entstanden die überall gedruckten Pressefotos.

Dann ging es weiter mit dem Einlass auf den Truck. Wir waren natürlich auf der Liste und bekamen recht schnell unsere Badges und konnten aufs Oberdeck und von dort aus die Reden verfolgen. Um 16 Uhr setzte sich der Demozug mit einer Stunde Verspätung in Bewegung und DJ Tanith lies die ersten Beats hören.

Der Piratentruck war auf jeden Fall das Highlight der Demo und ließ ein Gefühl von Loveparade auskommen. Ich habe des öfteren gelesen das wir uns nur selber feiern wollten – das will ich aber entschieden verneinen. Der Truck sollte die Hingabe und Leidenschaft der Piraten für den Schutz der Bürgerrechte symbolisieren und das ist uns auch gelungen. Die „richtige“ politische Arbeit wurde unseren Flyerteams, an Infoständen und den diskussionsfreudigen Piraten gewohnt souverän erledigt. Bei den Berlinern kam es jedenfalls sehr gut an und von überall haben uns die Einheimischen zugewunken.

Die Demo an sich war jedenfalls super – unser Flaggschiff hat alle Blicke auf sich gezogen und gezeigt: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Freiheit klaut!“ – Laut war es wirklich und das war auch gut so.

Als der Demozug dann zum Ende kam haben wir erstmal den Wasservorrat aufgefüllt und sind danach zurück auf unseren Truck. Dort war mittlerweile ein 10 Meter hohes Segel installiert worden und ein Skybeamer zauberte Lichtspiele in den Berliner Himmel – herrlich! :)

Nach den interessanten Redebeiträgen kam die meine Meinung nach völlig deplazierte HipHop Gruppe wieder an die Reihe und wir verschwanden schnellstens zur Nahrungsaufnahme in ein Asia-Restaurant am Potsdamer Platz. Dabei wurden wir noch von Dirk Hillbrecht, Jörg und Grisu nebst Gattin aus Wuppertal begleitet.

Nach dem Essen ging ich kurz vor die Tür und dort bot sich ein fantastischer Anblick.. der ganze Potsdamer Platz hatte sich in eine Partymeile verwandelt und DJ Tanith heizte der Menge mit Technobeats ein. Das war wirklich surreal und beeindruckend. Ich bin dann mit Elle auf die „Tanzfläche“ und dort trafen wir zwei Berliner – die sagten sowas hätte es dort noch nie gegeben. Bei der tollen Musik haben wir dann mit den Berlinern unser Programm diskutiert und zwei neue Wähler gefunden.

Als die Party dann vorbei war und die letzten Beats sich zwischen den Häuserfronten verloren sind wir dann mit Dirk und insideX in die C-Base gefahren und haben dort bei Bier und Mate den Tag revue passieren lassen und saßen entspannt und glücklich an der Spree. Nach und Nach trafen die anderen Demoteilnehmer ein und man vernetzte und freute sich. Später am Abend bekamen wir noch eine komplette Führung durch die C-Base und durften alle Bereiche anschauen. Die Member-Area ist noch einmal eine Spur besser als die Public-Area. Die C-Base Crew ist auf jedenfall eine tolle Truppe und weiss hoffentlich zu schätzen was sie an ihrer Base haben.

Eigentlich bleibt nichts mehr ausser sich bei allen Beteiligten an diesem tollen WE zu bedanken. Es war einfach so geil und ich freue mich schon auf nächstes Jahr wenn es wieder heisst.. Freiheit statt Angst! Stoppt den Überwachungsstaat!